Ich seh` heute einfach ……. aus! Männer, tut was für eure Frauen!

Foto: Matthias Knue

Das Aussehen. Der Frauen liebstes und gleichzeitig gefürchtetes Thema. Warum ist es uns eigentlich so wichtig, stets gut und adrett auszusehen? Wieso beschäftigen wir uns so mit Gewicht und Figur, mit dem richtigen Haarschnitt, der perfekten Frisur und frischer Haarfarbe? Machen uns manikürte Hände wirklich zu einem besseren Menschen? Ja! Das kann man irgendwie schon so sagen, zumindest bildlich gesprochen, denn als Mutter sind diese tollen Dinge, die man einst fast im Alltag integriert wusste, ganz weit weg. Und in der Tat spielen sie mittlerweile eine Art Schlüsselrolle. Denken wir. Ich trug auch als Nicht-Mama nicht stets und ständig lackierte Nägel. Lippenstift? Geh weg! Meine Haare? Auch damals eine Katastrophe! ABER. Ich wusste, ich hätte Zeit, es zu ändern, wenn ich nur wollte. Das gab diesem Thema eine andere Qualität. Mehr wie Jammern auf hohem Niveau. Ich könnte, wenn ich wollte. Heute denkt man an all das, was einen schöner macht. Es fühlt sich plötzlich so herrlich an, so als sei es der Schlüssel zu vielem. Tatsächlich? Ich möchte, habe aber entweder keine Zeit, keine Muße oder andere Dinge, die wichtiger sind. Und manchmal ist es mir auch einfach zu anstrengend. Ja, mir ist es zu anstrengend, meine Nägel zu lackieren. Von einem Nagelstudio mal ganz zu schweigen. Das kostet wertvolle Zeit, die man als Selbständige und Mutter einfach kaum hat. Ähnlich verhält es sich mit dem Friseur. Wie gerne würde ich mir mal wieder ein Rundum-Wohlfühl-Paket gönnen. Schneiden, Färben, Strähnchen… Minimum 3 Stunden und 150 Euro. Mütter rechnen die 150 Euro in Klamotten fürs Kind um – und kaufen eher diese als sich selbst den Friseur zu leisten. So ist es bei mir zumindest. Gefühlt gehe ich noch 2 x/Jahr zum Friseur und hier meist nur zum Schneiden. Tönung drauf – geht auch zuhause.  Aber genauso sehen meine Haare auch aus. Kraut und Rüben beschreibt es ganz gut. Inklusive rausgewaschene Farbe. Meine Haare leuchten auch in diversen Schattierungen. Ungewollt. Gewollt. Und in der Tat nicht gekonnt. Hinzu kommen der fahle Teint und die Krater unter den Augen. Zu wenige Stunden hat der Tag, und zu viele ToDo`s zum Erledigen. Mein Sohn ist noch dazu kein Langschläfer. Also wird es immer, immer dunkler unter den einst strahlenden Augen. Ergo: Der erste Blick in den Spiegel sagt einem morgens: Unter Denkmalschutz stellen. Renovieren oder Sanieren wäre zu kostspielig. Also wieder der Dutt (was anderes geht ohne viel Aufwand auch gar nicht mehr). Ok, das Alter kommt hinzu. Bald geht`s Richtung 40. Man ist halt keine 20 mehr und jetzt ja auch Mama, sagt mein Mann dann gerne. Unser Sohn ist das wichtigste! Wichtiger als alles andere. Ich bin stolze Mama, aber eben auch noch Frau. Und deshalb

Foto: John Fenkl

beschwere mich jeden Tag über mich. Mein Gewicht habe ich an dieser Stelle noch gar nicht erwähnt. Es wird auch besser totgeschwiegen. Eines sei aber verraten: Es geht kontinuierlich nach oben. Leider.

Ja, ich habe ein Problem mit mir selbst. Manche Probleme hatte ich schon vor dem Mutter sein (und die potenzieren sich jetzt deutlich), andere kamen hinzu. Mein Mann versteht es überhaupt nicht. Er ist auch ziemlich genervt von mir. Schade. Frauen möchten sich schön fühlen. Sie möchten das Beste aus sich machen, das beste Ich sein, das man sein kann. Liegt auch irgendwie in der Natur der Sache. So sind wir Ladies halt. Fühlt man sich im Reinen mit sich, fühlt man sich wohl. Eine Umfrage hat ergeben, dass sich mehr als 90% der Frauen NICHT schön finden. Das finde ich traurig. Aber ich kann es auch nachvollziehen am eigenen Leibe… Die Medien tun ihr übriges, um sich nicht mehr so wohl zu fühlen. Überall nur Perfektion, Disziplin, Magerwahn, Sportfanatiker…

Foto: Gisela Schüer

Und von uns Frauen wird auch verlangt, dass wir alles stemmen, immer gut drauf sind, alles erledigen – und gut dabei aussehen. Uns wird auch nix geschenkt. Eine Mutter soll sich vernünftig um ihr Kind kümmern, sollte einen Job haben, den Haushalt schmeißen, immer frisch kochen, sich zurecht machen, vielleicht noch um die vorhandenen Haustiere kümmern, und, und, und. Ein perfekte Bild nach außen. Ein bisschen wie in der Werbung, wie in Hollywood. 3-Wetter-Taft-Haare, Zahnpastalächeln, tolle Haut, trendy Outfit… Mmmhhh… Bei mir sieht die Sache anders aus: Nerven mich meine Haare oder mein Gewicht nicht, dann tut mir mein Rücken weh oder irgendetwas anderes. Geht das Älterwerden soooo schnell? Vielleicht sind wirklich die Männer die Lösung. Anstatt uns zu sagen, wir sollen uns nicht so anstellen oder es sei ja nicht so schlimm, dass man für 90% der vorhandenen Kleidung zu fett geworden ist (und die Rettungsringe auch noch total sexy seien), und auch die Unkraut-Haare eigentlich hübsch seien, geht mal mit uns Shoppen (auf Männerrechnung natürlich)! Oder schickt uns zum (und bezahlt dann auch den) Friseur! Scheiß auf Emanzipation! Manchmal gepampert werden, ist auch ganz schön. Und man fühlt sich gehört und ernst angenommen. Ich glaube, das ist das wichtigste.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here