Ein bisschen Sport ist Mord?!

Zugegeben, ich bewundere die vielen Instagrammer, Blogger, Youtuber, Facebooker, die tagein tagaus über ihren Fitnessstand, ihr Fitnessprogramm, ihre Fitnessfigur, ihr Fitfood, ihre Diät, ihr Styling etc. berichten. Mit ihren perfekten Nägeln, ihrem durchtrainierten Bauch, ihren stets trendy gefärbten und gemachten Haaren, mit ihrem Zahnpastalächeln, ihrem makellosen Teint, den sie auch noch 3 Stunden am Tag auf Hochglanz schminken, pflegen, polieren… Und ich hasse sie auch dafür. Wieso haben die so eine Disziplin? Wieso komme sie nicht ständig in Versuchung, böse Kohlenhydrate zu vernaschen, mal Sport Sport sein zu lassen, mal faul auf dem Sofa zu liegen, mal die Haare nicht gestylt zu tragen, unlackierte Nägel zu entblösen und einen Pickel auf der Nase zu haben? Bei uns Müttern, die auch noch arbeiten müssen oder wollen, ist dies ein schier unmögliches Programm. In meinem früheren Leben als Nicht-Mutter konnte ich all das auch noch tun. Jetzt als Mutter hat das alles eine andere Qualität bekommen. Frau kann nicht mehr das dann machen, wie und wann sie möchte. Alles muss abgestimmt werden mit dem Partner oder Babysitter. An dieser Stelle gilt mein größter Respekt den Alleinerziehenden!!! Sie haben meiner Meinung nach alle einen Oskar verdient. Zeit für Sport, Shopping, Styling ist einfach mal so gut wie gar nicht mehr da. Und wenn, dann abgetacktet.

Ich habe einen Sohn, einen Mann, einen Hund, einen Job und einen Haushalt. Das alleine benötigt schon viel Zeit. Sport integrieren funktioniert, ist aber nicht mehr so einfach. Auch, weil manchmal am Ende des Tages die Kraft fehlt und man sich nur noch danach sehnt, alle Viere von sich zu strecken… Das darf auch mal sein, aber hey: Sport tut auch gut. Er hilft, Stress abzubauen, neue Kraft zu tanken und sich stärker für alle Aufgaben zu fühlen. Es muss ja nicht jeden Tag sein, aber zwei Mal die Woche wäre schon super. Joggen gehen oder Walken, Fahrradfahren, Inliner fahren oder abends ein Youtube-Sportprogramm anschmeißen, schafft irgendwie irgendwann jeder von uns. Früher habe ich sehr viel Sport gemacht. Hinzu kamen die langen Gassigänge mit meinem Hund. Diese sind geblieben. Dank der Health-App auf dem Iphone weiß ich, dass ich jeden Tag mindestens 10.000 Schritte mache. Das ist schon mal was. Mein Sportprogramm indes schwankt zwischen 4 x/Woche und vier Wochen gar nicht. Leider bin ich ein extremer Typ. Ganz oder gar nicht. Langsam wieder aufbauen, kommt mir gar nicht entgegen. Das spürt mein Körper mittlerweile auch. Gebe ich Vollgas, bin ich voll kaputt. Auch irgendwie nicht richtig. Ein bisschen Sport kann dann schon Mord sein. Seit Anfang 2017 versuche ich – teils erfolgslos – wieder etwas Struktur in mein Sportleben zu bekommen. Aber ich bin gewillt, es durchzuhalten. Tschakka.

Das andere Thema ist das Essen. Okay, mit dem Essen war ich immer schon „schlampig“, wenn man so sagen möchte. Heutzutage ist das zumindest so. Man hat ja das Gefühl, böse angeschaut zu werden, wenn man Kohlenhydrate isst. Und das auch noch am Abend. Ich frage mich manchmal am Ende des Tages, ob ich jetzt wohl in die Hölle komme, weil ich kein clean eating betreibe oder nicht genug kohlenhydratlose Kost zu mir nehme. Aber wisst ihr was: Es ist mir egal. Meine Figur ist mir nicht egal (und ich meckere oft an ihr herum), aber ich mache keine strenge Diät, um eine vermeintlich perfekte Figur zu bekommen. Essen ist Genuss für mich. Ich achte darauf, gesund zu essen, jeden Tag frisch zu kochen und Obst, Rohkost und Gemüse zu mir zu nehmen. Selbiges gilt für meinen Sohn. Das ist quasi die Pflicht, die Kür sind Sweets, Kuchen und Chips. Ohne die kann ich nicht. Und will ich auch nicht. Da schaue ich mir lieber all die perfekten Influencer an und hasse sie für ihre Perfektion. Ist auch eine Art Hobby. Graue Haare wachsen mir eh schon. Da fällt mir ein, dass ich meine Haare dringend mal wieder tönen müsste…

Ab zum Sport ging`s für mich am Dienstag. Danach war ich völlig zerstört, aber glücklich
Mit meinem Sohn zu toben und spazieren zu gehen, sorgt auch für Bewegung – und vor allem für gute Laune.
Lachen, Winken, Weitermachen. Und perfekte Influencer nicht leiden können. Dann geht`s wieder 😉

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