Das Ding mit dem Töpfchen. Wenn Pippi auf sich warten lässt…

„Waaaaas????!!!! Dein Kind ist immer noch nicht trocken?“ Solche Fragen begegnen Eltern immer. Nicht nur in Bezug aufs Trockenwerden. Aber das ist auch ein anderes Thema. Vergleiche lassen grüßen – und sind scheiße, um mal beim Thema zu bleiben. Fakt ist aber: Ist man zum ersten Mal Mama und Papa, ist man oftmals unsicher. Ist das wirklich normal, dass unser Kind noch nicht aufs Töpfchen geht? Und eigentlich auch noch keinerlei Interesse an seinem Pippi-Pott zeigt? Die stolzen Eltern aus der Nachbarschaft erzählen doch immer so gerne von ihrer Kleinen, die schon mit einem guten Jahr sich auf dem Topf erleichtern konnte. Ok, so früh ist nicht die Regel, das weiß ich auch. Ich muss aber auch sagen, dass sowas komplett an mir abprallt – zumindest was dieses Thema betrifft. Fast hätte ich jetzt statt „Thema“ „Problem“ geschrieben – aber eben genau das trifft es nicht bei mir. Bei vielen ist das aber ein echtes Problem, was ich sehr schade finde. Ich kenne ein Elternpaar, die haben mit ihrer Maus schon mit unter einem Jahr mit dem Toilettentraining begonnen. Wieso, habe ich mich gefragt? Die Kleine scheint es von sich aus noch gar nicht zu wollen. Wie auch? Ich habe gehört, dass Kinder in diesem Alter das noch gar nicht begreifen können, da das Gehirn noch gar nicht so weit ist. Und sie sind doch da noch soooo klein… Und wieso muss ich so etwas Natürliches überhaupt kraftvoll forcieren? Lasst den Kindern doch ihr eigenes Tempo. Der eine macht es früher, der andere später. Es ist doch kein Wettbewerb um „the next super Kid“, den es zu gewinnen gilt. Auch ein Glück.

Ich sehe das noch-nicht-trocken-sein in keinster Weise als Problem. Mein Sohn wird im Sommer drei. Natürlich hoffe ich irgendwie, dass es zu seinem Geburtstag geschafft ist und wir auf Windeln verzichten können. Aber wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Ich wickle gerne. Und groß werden die Lütten eh so schnell…. Lukas braucht, so lange er eben braucht. Ich trainiere das auch nicht mit ihm oder provoziere es. Ich frage ihn, ob er Pippi auf dem Töpfchen machen möchte. Und er macht es sogar – mittlerweile auch bis zu drei Mal pro Tag. Er fordert es auch manchmal ein. Aber es ist noch nicht soweit, die Windel wegzulassen. Dafür traue ich meinem kleinen Satansbraten noch nicht. Zumindest aber weiß er, dass man das macht und dass das Klo irgendwie auch cool ist. Oftmals ärgert er sich, dass nicht mehr Pippi kommt. Da erkläre ich ihm, dass es Pippi nicht immer unendlich gibt und dass eine Blase leer sein kann. Das findet er doof. Saudoof. Super findet er, auf seinem Töpfchen durchs Bad zu fahren. Dass das furchtbare Geräusche macht und für die Fließen auch nicht sonderlich super ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen… Aber wenn es denn für das heilige Trockenwerden ist, lassen viele Eltern einiges durchgehen oder werden erfinderisch. Coole Malaktionen während des Toilettentrainings, Liedersingen, Klatschen, what ever. Entertainment fürs Urinieren. Gibt es bei mir nicht. Aber ganz viel Applaus, wenn er Pippi gemacht hat. Von Kaka machen reden wir noch gar nicht. Ich glaube, das dauert noch seeeehr lange. Mein Mann hätte viel lieber als ich, dass Lukas schnell trocken wird. Er hat ihm sogar einen Pippi-Pott gekauft, der Musik macht, wenn man reinpinkelt. Doof ist nur, dass er auch Musik macht, wenn man ihn durch die Gegend schiebt oder hinschmeißt. Seitdem ist das musikalische Klo langweilig.

Einige raten einem sogar die harte Tour. Einfach Windel weglassen und dann würde das Kind ja schon schnell sehen, was es von einer eingenässten Hose hat. „Nach einer Woche müsste das Kind dann trocken sein“, wurde mir gesteckt. Really? So wie mit dem einfach Durchschreien lassen nachts, bis es aufhört? Das wurde mir ebenfalls oft geraten. Konnte ich nicht. Dann habe ich mal nachgelesen über die Thematik, denn ich kann die Eile, die einige dem Trockenwerden widmen, nicht nachvollziehen… Eine Expertin sagt ganz klar: In der Regel werden die Kinder zwischen dem 3.-5. Lebensjahr trocken. Aha. Und wozu dann die Eile? Und wozu dann soooo früh beginnen? Jungs seien generell etwas später als Mädchen. Probleme mit dem Loslassen und so. Kennen wir ja auch noch von dem erwachsenen männlichen Exemplar :-). Und wie lange dauert dann das Trockenwerden? Dazu liefert die Expertin folgende Antwort: „Bei manchen geht es quasi über Nacht, andere brauchen Monate und manchmal gibt es auch über Jahre noch Rückfälle. Da darf man sich und den Kindern überhaupt keinen Zeitdruck machen!!!“ Eben. Abwarten, Tee trinken – und vielleicht Pippi machen ;-).

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